Venedig

Zwei Tage Venedig im Januar, d.h. nicht unbedingt das erwartete modrige Nebelwetter in einer morbiden Stadt, sondern in diesem speziellen Fall Sonnenschein, Espresso im Straßencafe, einige Aperol Spritz, leckeres Essen und viele Fotos. Bzw. erstmal einiges zu entwickeln und zu digitalisieren…

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Ich hatte mein “kleines Besteck” dabei, sprich die Leica M6 und die Mamiya 645 Super. Jetzt bin ich mal auf die Ergebnisse gespannt 😉

Reisereportagen… oder über den Vorteil, Zeit zu haben

IMG_2814Heute haben wir mehr oder weniger per Zufall im Kölner Cinedom zwei Kurzvorträge von Martin Engelmann gesehen. Der eine über Kambodscha, der andere über das Land der Mayas, sprich Mexiko, Belize und… tada… Guatemala! Tada? Weil ich selber schon achtmal da war. Achtmal… Ich weiß noch, was ich für einen Schiss beim ersten Mal hatte. Am liebsten wäre ich zuhause geblieben. Meine erste Fernreise und dann gleich sowas!

Schön auch, wenn man bei so einem Vortrag immer mal wieder “hey, da war ich auch schon” denkt oder auch “das Bild habe ich auch”. Wenn auch leider oft nicht so perfekt… Was sich da zeigt, ist das “Zeit haben” auf Reisen ein Riesenvorteil ist. Nicht nur, weil es eh einfach schön ist, sondern weil man auch mal etwas abwarten kann ohne Stress zu haben oder Gelegenheiten zu verpassen. Bin ich bei schlechtem Wetter irgendwo und muß morgen aber weiter oder kommende Woche nach Hause, dann habe ich eben Pech gehabt.

IMG_2835Ich erinner mich noch an den einen Tag Namib. Namib? Kennen wir: Immer blauer Himmel und diese stahlenden Farben! Was waren die Erwartungen hoch. Aber was war? Nix war es mit strahlendblauem Himmel, orangenen Dünen und schwarzem Schlagschatten… Bedeckt war es, diesig und das Licht war diffus. Die Bilder dementsprechend eher… Naja, fürs Erinnerungsalbum, zum Beweis, dass ich da war. Was habe ich mich über die verpasste Chance geärgert. Jemand wie Martin hat dann eben einfach Zeit. Natürlich auch nicht endlos, aber doch mehr als unsereins. Man kann sich eine Ecke angucken, sich überlegen, wann das Licht von wo kommt, wann vielleicht die Marktfrauen ihre Stände aufbauen oder der Nebel aus dem Tal kommt. Und ob und wann man morgen oder übermorgen oder kommende Woche wiederkommen will, um genau das Photo zu machen, was Licht & Stimmung einfängt. Dann sitz ich ich schon im Bus und bin 500km weiter. Doof, ist aber halt so.

Auf jeden Fall kann ich Martins Vorträge sehr empfehlen: Ein sympathischer Typ, der zu erzählen und unterhalten kann und dazu dann auch noch mit seiner Kamera umzugehen weiß (auch wenn es eine Nikon ist…). Sollte er also mal in der Nähe sein – hingehen!

Farbnegative scannen…

…scheint nix für Anfänger zu sein. Habe hier zwei Mittelformatfilme Fuji Pro 160 liegen. Aber mit Vuescan und dem Canon 9000F habe ich noch keine befriedigenden Einstellungen für eine ordentliche Farbwiedergabe gefunden. Ich übe noch…

Großformat

Das man aus gößeren Negativen wg. des Mehr an Informationen auf dem Negativ und des kleineren Vergrößerungsfaktors “bessere” Bilder generieren kann, ist ja der Grund, warum ich so gerne Mittelformat fotografiere, wenn man mal die Leica außen vor läßt. Aber wenn es Kleinbild und Mittelformat gibt, dann gibt es auch… Großformat. Damit verlassen wir dann aber auf jeden Fall die Sphäre der “ich steck noch mal eben eine Kamera ein”-Unternehmungen.

Trotzdem setzt da ein gewisses Kribbeln ein. Und das Video hier habe ich gerade in einem Kommentar im Blog von Boris Weishaupt gefunden. Konstruktiv gesehen, sind GF-Kameras ja jetzt nicht so komplex aufgebaut – die Möglichkeiten, die sie bieten (abgesehen von der reinen Bildqualität) sind aber echt nicht ohne. Dazu dann noch das intensive Auseinandersetzen mit dem Bild. Muss ich auch mal ausprobieren, nur habe ich Angst vor den Folgekosten… 😉

Supergut erklärt und dieser 70er Jahre-Look alleine ist ja schon Grund genug, sich das anzugucken.

Zeiss Ikon Ercona

IMG_3266.JPGBei mir im Schrank steht seit längerem eine bislang noch nicht getestete Zeiss Ikon Ercona, die ziemlich baugleich zu sein scheint mit der Vorkriegs-Zeiss Ikonta C 521/2. Meine Kamera hat ein Novar Anastigmat f4.5 und stammt vermutlich aus den frühen 50er Jahren. Gebaut wurde sie in der ehemaligen DDR aus einer einzelnen Eisenbahnschiene – das gute Stück ist DDR-typisch recht einfach und robust gehalten. Vermutlich waren die Vorkriegsmodelle aber ähnlich einfach, wenn man bedenkt, dass sie 1938/39 gebaut wurden und Ressourcen jedweder Art vermutlich nicht mehr primär in den Kamerabau gingen.

Auf den Wunschzettel kam sie, weil sie nicht nur 6×6, sondern auch 6×9 kann und via eBay auch in guter Qualität günstig zu haben war.  Gestern habe ich sie dann endlich mal mit einem Fuji Acros 100 bestückt und ausgeführt.

Was soll ich sagen… Man muss dran denken, zu fokussieren. Das war mir beim Aufklappsucher irgendwie bei den ersten Bildern entgangen, weil man ja nicht sieht, dass das Bild unscharf ist. Ups…

Abgesehen davon funktioniert sie gut und wie anno dunnemals: Film rein (nachdem mal die Schablone für 6×6 rausgenommen hat), den 6×9 Gucklochdeckel für die Filmnummern hoch, Film vorspulen, bis die 1 im Fenster zu sehen ist, Belichtung mit externem Belichtungsmesser ermitteln, Zeit und Blende einstellen, Entfernung schätzen und einstellen. Klack. Weiterspulen zu Nr. 2.

Am Ende kommt dann sowas bei raus: Rheinauhafen. Und das nach rund 60 Jahren, die das gute Stück mittlerweile auf dem Buckel hat… Ich probier das mal mit meinem aktuellen iPhone, wenn ich in Rente bin 😉 Die Kamera ist damit auf jeden Fall praxistauglich. I like!

Man sollte daran denken, keine zu empfindlichen Filme zu verwenden, weil die kürzeste Belichtungszeit nur 1/100 beträgt (während das Vorkriegs-Original deutlich schneller war: die Angaben dafür schwanken zwischen Camerapedia mit 1/300 und kameramuseum.de mit 1/200). Sprich ein ISO 100 oder 125 reicht bei gutem Licht aus, ein 400er mag dann schon zu schnell sein. Gleiches gilt übrigens besonders bei Boxkameras, die ja nur eine Blenden-Zeit-Kombination haben (alle? nur meine?) und die in Anbetracht ihrer Baujahre auch für langsame Filme ausgelegt sind, die dann ISO 100 eher nicht überschreiten.

Einige technische Details:

  • Name: Zeiss Ikon VEB, Ercona
  • Hersteller: VEB Zeiss Ikon
  • Baujahr: irgendwann zwischen 1949 und 1956
  • Objektiv: 1:4,5 / f=110 mm / Novar Anastigmat (und nicht “Novonar” wie bei anderen – ist aber wohl baugleich)
  • Blenden: 4,5 / 5,6 / 8 / 11 / 16 (manche Modell haben wohl auch eine 22)
  • Entfernungseinstellungen: 1,5 / 1,7 / 2 / 2,5 / 3 / 4 / 5 / 8 / 15 / oo (auch hier scheint es Unterschiede zu geben, das Internet kennt auch welche mit 1,2 Metern Naheinstellgrenze)
  • Verschluss: „Junior“ Gebr. Werner, Tharandt (Logo „GW“ im Kreis)
  • Verschlusszeiten: 25 / 50 / 100 / B

(frei nach Emtus Kamera Nachschlagewerk)

Voigtländer Vitomatic I

Das wäre jetzt keine Kamera, die ich mir gekauft hätte – aber es ist die Kamera, die mein Vater von meiner Mutter irgendwann mal in den frühen Jahren ihrer Ehe zum Hochzeitstag geschenkt bekommen hat und mit der er lange Jahre Familienfeiern, Urlaube und das unser Aufwachsen festgehalten hat. Das macht sie, insbesondere nachdem mein Vater vor knapp 2 Jahren verstarb, dann doch zu was besonderem.

 

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Obschon die Kamera sicherlich über 50 Jahre alt ist, funktioniert sogar der Belichtungsmesser noch. Ob die Zeiten noch alle exakt gehen, wer weiß… Irgendwann demnächst werde ich sie mal mit einen FP4 bestücken und mit nach draussen nehmen.

http://lippisches-kameramuseum.de/Voigtlaender/Voigtlaender_Vitomatic_I.htm

Fort VI

Derzeit plagt mich eine fiese Erkältung. Der Arzt hat aber gesagt, dass ich durchaus mal eine Runde spazieren gehen soll. Dabei hatte ich heute hatte ich mein “neustes” Prachtstück dabei, eine Mamiya RZ67, geladen mit einem Ilford HP5. Immer noch einer meiner Lieblingsfilme, unter anderem auch weil er recht gutmütig in der Entwicklung ist. Vorne an der RZ ist das Mamiya Sekor Z 110mm/f2.8 dran. Coole Linse – mag ich.

Aufgenommen habe ich das Bild in der Nähe des Decksteiner Weihers, am ehemaligen Fort VI der Kölner Befestigungsanlagen. Ein (Schande über Dich, Stadt Köln!) leider total runtergekommenes Zeugnis der Kölner Geschichte.

Das ganze dann in Amaloco AM74, 1+19 entwickelt: 10 Min; 30 Sek. Agitation, danach alle 30 Sek. 5 Sek. lang.

Mehr aus der Serie in dem RZ67-Album auf flickr. Das nächste mal denke ich dann auch an den Sniper-Gurt für die Kamera oder eine Sackkarre. Und das ist ja schon nur die leichtgewichtige Plastik-Variante der RB67… Puh.